Hauswirtschaftlicher Wettbewerb
Beim Brotaufstrich auf Geschmack gekommenBERUFSWETTBEWERB Angehende Hauswirtschafter stellen ihre Kreationen beim Regionalentscheid in Oldenburg vor
Lecker muss es aussehen und schmecken: Kirsten Eichler stellte am Freitag in der BBS Oldenburg auftragsgemäß einen Brotaufstrich her. BILD: TORSTEN VON REEKEN
30 JUNGE LEUTE NAHMEN AM BEZIRKSWETTBEWERB TEIL. DIE ERSTEN DREI SCHAFFTEN DEN SPRUNG IN DEN LANDESENTSCHEID.
VON MELANIE JÜLISCH (Quelle Nordwestzeitung Oldenburg 6.02.2010)
Oldenburg - Fruchtig oder herzhaft, süß oder scharf - oder doch am besten alles? Der Experimentierfreude sind keine Grenzen gesetzt. Auch ohne Unterricht ist am Freitag beim Hauswirtschaftlichen Wettbewerb und Leistungswettbewerb der Hauswirtschaft 2010 in den Berufsbildenden Schulen III viel Trubel.
Alle Teilnehmer - 29 junge Damen und ein junger Mann aus Oldenburg, dem Ammerland und der Wesermarsch - präsentieren ihre kulinarischen Kreationen, nämlich Brotaufstriche, die insbesondere für Kinder von zehn bis zwölf Jahren geeignet sind. Mindestens zwei kleine Köstlichkeiten gilt es nach 60 Minuten der 20-köpfigen Jury zu präsentieren. Die ersten drei Plätze belegten am Ende Antje Pollmann, Gesa Wiebert (beide Oldenburg) und Kristina Schmidtke (Edewecht). Alle drei nehmen im April am Landesentscheid in Brake teil.
„Hauswirtschaft schafft Lebensqualität und gestaltet Zukunft" lautete in diesem Jahr das Motto der von der Landwirtschaftskammer, dem Landjugendberatungsdienst und dem Verband der Meisterinnen der Hauswirtschaft organisierten Veranstaltung. „Es gibt hier viele innovative Ideen", sagt „Richterin" Kirsten Dählmann, die Hauswirtschaftliche Betriebsleiterin ist. „Man kann den jungen Leuten nur wünschen, dass sie irgendwann einen Chef haben, der frischen Wind in die Hauswirtschaft bringt."
Schon jetzt gibt es manch vielversprechende Idee: Von der Himbeerbutter über den Apfel-Möhren-Käse-Aufstrich bis hin zur Kiba-Creme. Inspirationen gab es natürlich auch aus Kochbuch oder Internet. Und während auf der einen Seite Möhren geraspelt und Äpfel geschält werden, geht es an einem andern Platz bereits ans Pürieren. „Es macht viel Spaß", meint Gesa Wiebert, die bereits zum dritten Mal an dem Wettbewerb teilnimmt. „Trotzdem bin ich wie alle immer noch sehr aufgeregt." Auch weitere Aufgaben sind zu erfüllen, beispielsweise das Bestimmen von Schneidewerkzeugen sowie die Präsentation einer fachgerechten Hand-Desinfektion.
Nicht nur aufs Kochen bezieht sich die Tätigkeit einer Hauswirtschafterin, die heutzutage oft in größeren Einrichtungen wie Pflegeheimen, Kindertagesstätten und manchmal sogar noch in einer größeren Landwirtschaft eingesetzt wird. Johanna Schawe von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen kann bestätigen, dass Ausbildungen in der Hauswirtschaft sehr beliebt sind. „Nicht alle bekommen deshalb einen Ausbildungsplatz. Ändern wird sich dies wohl erst, wenn die geburtenschwachen Jahrgänge dran sind."
Foto: Melitta Trautvetter