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Startseite > Neuigkeiten 03.04.2025
Landwirtschaft

Die "jungen Wilden" sind los

Landwirtschaftliche Unternehmerschule Oldenburg informiert sich über neue Zuchtwertschätzung
 
 



Die rotbunte Laskia, Reservesiegerin Alt beim WEU-Konvent 2010 in Oldenburg, zeigt echte Starqualitäten. Während Kerstin Stolle (20) Laskias Stammbaum und ihre besonderen Qualitäten als Milchkuh erklärt, nimmt ihr Schützling Modelhaltung an und beäugt interessiert die Besuchergruppe. Schüler und Lehrer der landwirtschaftlichen Unternehmerschule Oldenburg machten sich am 18.11.2010 gemeinsam mit Zuchtleiter Rolf Oorlog vom Rinderzuchtverband Weser-Ems-Union (WEU) auf den Weg nach Neuenkoop, um im Zuchtbetrieb Stolle GbR die Ergebnisse sorgfältiger Zuchtwahl vorgestellt zu bekommen. Mit einem anschaulichen Vortrag hatte zuvor Rolf Oorlog in den BBS 3 Oldenburg die Schüler mit der neuen genomischen Zuchtwertschätzung vertraut gemacht. Die Möglichkeit, in den Genen zu lesen, lässt sich auf schwarzbunte und rotbunte Rinder jeden Lebensalters anwenden. Musste bisher Jahre gewartet werden, bis sich der Zuchtwert eines Rindes aus Eigen- und Töchterleistungen errechnen ließ, können jetzt mit Hilfe der genomischen Zuchtwertschätzung schon unter den Kälbern die besten Zuchttiere mit großer Sicherheit ermittelt werden.  Nach wie vor entscheidet aber nicht nur das Papier, sondern gleichermaßen das gute Auge des Züchters und die langjährige Beobachtung der Kuhfamilien über die Ergebnisse in der Rinderzucht, betonen die Betriebsleiter Gerold und Ruth Stolle. So kommen nicht nur „die jungen Wilden", wie Dr. Pott, Geschäftsführer der WEU, die nur genomisch getesteten Vererber in seinem NWZ-Beitrag vom 10.11.2010 nannte, zum Einsatz, sondern auch die bewährten, durch eine Vielzahl von Töchterleistungen abgesicherten Bullen. Der Erfolg gibt den Züchtern Stolle recht. 110 Rinder und 91 Milchkühe mit einer durchschnittlichen Leistung von 11.800 kg Milch pro Kuh und Jahr stehen neben Laskia in ihrem Betrieb. Alle verfügen nicht nur über hervorragende Genetik, sondern auch sichtbar über die Eigenschaften, die Rinder brauchen, um bei hoher Leistung in einem modernen Laufstallbetrieb gesund alt zu werden.

Die Fachschüler können an diesem Vormittag viel an Theorie und Praxis für ihre eigenen Betriebe mitnehmen. Dies passt zur Philosophie der landwirtschaftlichen Unternehmerschule an den BBS 3 Oldenburg. Die Schüler kombinieren den Besuch der Klasse 2 der Fachschule Landwirtschaft mit der Meisterfortbildung. Diese Kombination wird seit August 2010 in einem Pilotprojekt erstmals erprobt. In wöchentlich drei Unterrichtstagen vermitteln Lehrkräfte der BBS 3 Oldenburg und Fachleute der Landwirtschaftskammer Niedersachsen ein auf den Bedarf der landwirtschaftlichen Praxis abgestimmtes Programm. Neben Inhalten aus Tierhaltung, Pflanzenbau und Betriebswirtschaft stehen auch „Landwirtschaft in der Gesellschaft", „Unternehmerpersönlichkeit" und „Ausbilderqualitäten" auf dem Lehrplan. Im März 2012 werden die Schüler ihre Prüfungen zum „Staatlich geprüften Betriebswirt" und gleichzeitig zum „Landwirtschaftmeister" abschließen. Damit werden sie auch die Ausbildereignung und die allgemeine Fachhochschulreife erworben haben.
Bis dahin stehen aber noch einige Betriebsbesuche bei den „besten im ganzen Land" an.

Weitere Informationen zur landwirtschaftlichen Unternehmerschule:
www.fachschule-landwirtschaft.de

(von Thekla Dayen)