Neubaupläne erleichtern Abschied
Thekla Dayen und Heinz-Georg Alisch gehen - Konzept für BBS 3 an Maastrichter Straße
3200 Schülerinnen und Schüler besuchen die BBS 3. Die Schule soll an der Maastrichter Straße als „Produktionsschule" neu gebaut werden.

Glücklich über die Planung der Stadt: Die BBS 3-Leiter Thekla Dayen und Heinz-Georg Alisch gehen in Ruhestand.
Oldenburg
Drei Jahre hat Jessika Duwe die alte BBS 3 besucht - für ihre Ausbildung zur Bäckereifachverkäuferin. „Als wir hierher kamen, dachten wir, wir könnten schon in die neue Schule", sagt Jessika. Stattdessen lernte sie drei Jahre im Pavillon an der Milchstraße - „das war kein richtiger Klassenraum, auch die Sanitäranlagen sind schlecht." Dauernd musste sie zwischen diversen Standorten wechseln - wie die anderen 3200 Schülerinnen und Schüler auch.
Neubau lange überfällig
Seit über 40 Jahren und drei Schulleiter-Generationen wird für einen zentralen Neubau für die massiv in die Jahre gekommene Großschule gekämpft. Weil eine Sanierung deutlich teurer wäre als ein Neubau und bei Feuerwehr und Gemeindeunfallverband enorme Sicherheitsbedenken bestehen, soll der Neubau kommen: an der Maastrichter Straße, für etwa 24 Millionen Euro. Die Bauverhandlungen sollen weit gediehen sein.
Das Gebäude an der Willersstraße wird abgerissen und das Grundstück verkauft. Das denkmalgeschützte Gebäude an der Milchstraße soll anders genutzt werden.
Thekla Dayen (65) und Heinz-Georg Alisch (65), die die Schule stark geprägt haben, werden den Neubau nicht mehr als Leitungsteam erleben. Die Leiterin und ihr Vertreter werden am 26. Juni feierlich in den Ruhestand verabschiedet.
Neue Direktorin wird Hannelore Gutholt, die Leiterin der BBS Kerschensteiner-Schule Delmenhorst, ihr Vertreter wird BBS 3-Abteilungsleiter Artur Büttner.
Aber Dayen und Alisch gehen leichteren Herzens als andere Schulleitungen vor ihnen - weil ihre lang gehegte Vorstellung einer neuen BBS 3 nun konkret wird. Dayen: „Wir haben eine pädagogische Vision entwickelt, die sich in dem neuen Gebäude spiegeln soll." An der inhaltlichen Qualität sei schon im alten Gebäude gearbeitet worden, doch nun sorge die Stadt dafür, dass das pädagogische Konzept quasi in Stein gehauen werden könne.
2010 hatte der Rat der Stadt den Neubau beschlossen. Seitdem nimmt das Vorhaben Gestalt an. Die Schule lobt „die hervorragende Zusammenarbeit mit der Verwaltung und dem Eigenbetrieb Gebäude und Hochbau". Wenn alles nach Plan läuft, könnte die BBS 3 Anfang September 2015 bezogen werden.
Lernen an der Praxis
„Wir möchten, dass die Schüler an realen Ansätzen lernen und für die Nachfrage produzieren - eine Art Produktionsschule", sagt Dayen. Das sei wegen des starken Praxisbezugs viel effektiver als andere Lernformen. Das Prinzip der Produktionsschule, in der die Schüler planen, produzieren und verkaufen, soll in einer „Markthalle" verwirklicht werden. Alisch: „Um sie herum werden die Bäckerei und Konditoreien mit Verkaufsräumen für die Fachverkäuferinnen angeordnet, auch eine Produktionsküche für ein regelmäßiges Mittagessen, ein Floristenverkaufsraum für die Erzeugnisse des Gewächshauses, eine Caféteria und eine Bühne gehören dazu." Alle anderen Fachpraxisräume befinden sich in den Obergeschossen (u.a. Kranken- und Körperpflege).
Die Idee der generationen-verbindenden Schule, für die die BBS 3 gerade mit dem Bünting-Preis ausgezeichnet wurde, wird konsequent weiter verfolgt. Der Außenbereich für die gärtnerischen Berufe und ein „Grünes Klassenzimmer" sollen optimal integriert werden. Für die Kinder von Schülern und Lehrkräften ist eine Krippe geplant.
Text und Bild: Karsten Röhr
Quelle: NWZ Oldenburg vom 19.06.2013
Weitere Informationen zum Schulneubau
BBS 3 - 07.08.2013